Montag, 27. Februar 2017

Die Santuari San Salvador, Caracoles, Macia Batle und ein Neo Rauch

Die Santuari (Kloster) San Salvador liegt unweit von Campos -majestätisch auf einem 500 Meter hohem Hügel gelegen- in der Nähe von Felanix. Der Hügel ist schon von Campos aus zu sehen und wenn man oben ist, hat man einen wunderbaren Blick auf den Südosten von Mallorca.
1348 Erbaut, geht der Ursprung der Anlage auf die Mitte des 14. Jahrhunderts zurück.

Um Piratenangriffe abzuwehren baute man das Kloster als schwer einzunehmende Festungsanlage.

Wie eine mystische Statur verschwindet die Christus Figur im Nebel.

Am oberen Ende der Treppe im Klostergebäude befindet sich ein Lokal.

Es ist genug Platz da für die noch ausstehenden Sommertouristen und Businsassen.


Wir wählten einen Tisch am Fenster und studierten die Speisekarte. Hier wird im Familienbetrieb noch mallorcinisch gekocht. Opa kocht, Mutter und Tochter servieren.

Brot, Oliven und die köstliche Aioli, die nur hier auf Mallorca weiß ist und mit Milch gemacht wird. Dazu ein einfacher Rose´ von der Insel.
Und hier das Rezept, für den schnellsten Knobi-Dipp der Welt:
50ml H-Milch, 100ml neutrales!! Öl, 3 Knoblauchzehen, Salz und etwas Chili nach Geschmack. Alles zusammen mit dem Pürierstab mixen. Ist in Sekunden fertig und hält im Kühlschrank mehrere Tage.
"Bon profit" sagt da der Katalane: guten Appetit!

Eine besondere typische Spezialität sind die Schnecken (Caracoles) die in einem kräftig gewürztem Sud gereicht werden. Wie man unschwer erkennen kann ist es wohl recht schmackhaft gewesen.

Am frühen Abend präsentierte uns der Himmel sein phantastisches Farbenspiel.

Silvia hat noch ihre berühmt und berüchtigten Hefeschnecken gebacken und so gab es an diesem Tag zweimal Schnecken!
Rezept? Gerne:
Sie macht einen Hefeteig mit frischer Hefe, flüssiger Butter, Zucker, Mehl und Eier. Nach dem "gehen" des Teiges wird er in Streifen geschnitten und diese werden gefüllt. Wir hatten in der Fincaküche gemahlene Mandeln von Mallorca und eine Marmelade die ich ein paar Tage zuvor -aus den hier vom Grundstück stammenden Zitronen- gemacht habe.
Silvia hat aber die Hefeschnecken auch schon mit Nüssen, Zimt, Äpfeln oder Rosinen gefüllt und in unserem Freundeskreis kommt dieser leckere Kuchen, egal mit welcher Füllung, immer gut an.


Hefekuchen Königin von Köln (links), daneben die Autorin dieses Blogs.

Im Herzen der Insel zeigt das Weingut Macia` Batle das man Wein und Kunst miteinander verbinden kann. Dieses Weingut ist eines der größten  auf der Insel und mit einem Produktionsvolumen von ca. einer Million Flaschen im Jahr, generiert dieses Unternehmen in Santa Maria del Cami rund ein viertel aller auf der Insel hergestellten Weine.


Der Ursprung des Weingutes geht auf das Jahr 1856 zurück. Heute präsentiert man sich im prächtigen Natursteinbau.


Beim Betreten der Vinothek fällt der Blick automatisch auf die vielen Auszeichnungen und Prädikate. Fein gerahmt in Gold- und Silberrahmen sieht man die Urkunden aus aller Herren Ländern. Brüssel, Berlin, Madrid, selbst die USA haben zu dieser beeindruckenden Kollektion beigetragen.

Hier lohnt sich die Degustation. Für schlappe 10,- € bekommt man 4 Weine und einige leckere Pasteten, hauseigenes Olivenöl und besondere Essige zum Probieren. Alles ist selbstverständlich in der Vinothek käuflich zu erwerben.

"Hier ist man bemüht mit jeder Flasche und jedem Schluck die Seele der Insel einzufangen" behauptet der Bodega Chef. Und am Ende des Ganges sieht man schon die zweite Seele des Weingutes, nämlich das "vino y arte". International bekannte Künstler gestalten die Etiketten für die Flaschen. 


Im Untergeschoß, am Endpunkt der höchst interessanten Führung durch Produktions- und Lagerstätten, präsentiert man die gerahmten Kunstobjekte. Zur Zeit gibt es eine Sonderauflage Rotwein mit einem Etikett das der deutsche Künstler Neo Rauch gestaltet hat.


Links ein roter aus Cabernet Sauvignon, Syrah, Merlot und Manto Negro,
in der Mitte ein Reserva Privada 2011 mit Etikett von Neo Rauch und
rechts ein Roter, dessen Erlös zu 50% als Spende an benachteiligte Kinder geht.



Im Schatten des Domes von Santany ist immer Samstags ein Markt.


Man geht durch die Pforte und kommt zum Markt......


.... und hier bekommt man das, was zum Wein gut schmeckt: Außergewöhnliche Käsesorten!


Ach das Leben kann doch so einfach sein.
Einfach immer von allem nur das Beste! Oder?



Donnerstag, 23. Februar 2017

Die Bodega Ribas, 300 Jahre Tradition.

Auf Mallorca gibt es eine stattliche Anzahl an Weingütern. Früher mal eher unbedeutend, haben sich die Winzer seit einigen Jahren über Mallorcas Grenzen hinaus einen Namen gemacht.

Im Februar kann man lediglich sehen wie die Weinstöcke dressiert werden.


Am Fuße des Puig Alaro in der Nähe von Santa Maria del Cami befindet sich eines der kleineren Weingüter mit der Bodega Angel.











Bei unserem Besuch stand die Arbeit still, wir haben Niemanden angetroffen.

Unser erster Besuch galt dem Weingut Ca´n Ribas in Consell. Wir hatten uns vorher zu einem Wine Tasting angemeldet.

Erstmals 1711 erwähnt, findet man seit dem 300 Jahre Winzererfahrung.


Hier lagern auch die ältesten mallorkinischen Rebsorten Prensal und Manto Negro.



Wir haben uns für eine Probe mit vier Weinen aus dem Hause Ribas entschieden und dazu servierte uns die hauseigene Sommelier Brot, luftgetrockneten Schinken, Käse, Oliven und Olivenöl.


Besichtigung der ehemaligen Privaträume der Winzerfamilie.


Die gut erhaltene historische Küche macht Lust auf Kochen in Kupferkesseln und Tongefäßen.  

Im Sommer findet das Tasting auf der schattigen Terrasse statt.

Wer eine eigene Flasche mitbringt kann für 2,50€ / Liter selber zapfen.


Die Sonne geht am Es Trenc Stand unter und zwei Mädels aus Köln fahren beseelt zurück zur Finca "Son Xaneras".





Die Finca Son Xaneras bei Campos.






Montag, 6. Februar 2017

Mandelblüte, wilder Fenchel und ein Octopus


Im Februar beginnt auf Mallorca die Mandelblüte. Es soll hier 6 Millionen Mandelbäume geben. Weinbauern pflanzten sie im 19. Jahrhundert als Ersatz für die durch eine Reblaus Plage zerstörten Weinstöcke. Heute prägen die Mandelblüten im Februar das Bild der Insel und tauchen sie in ein weiß- oder rosafarbenes Blütenmeer.
Die Mandeln werden für Turron, einer aus Mandeln, Zucker und Caramel hergestellten Süßigkeit gebraucht. Aber auch der "Gato del Almendra" der traditionelle Mandelkuchen und ein Likör werden daraus gemacht.



Am Wegesrand, beim Spaziergang, findet man wilden Fenchel.







Auf dem Grundstück der Finca, auf der ich hier jetzt für vier Wochen bin, gibt es einen Zitronenbaum, Rosmarinsträucher und Lavendel.


           
Der neue Trend aus dem Netz heißt "ONE POT"!
Früher einmal von unseren Großmüttern Eintopf genannt ist der one pot etwas moderner. Die Garzeiten sind heute kürzer, weil man Nudeln, Kartoffeln oder Reis mit Gemüse und Fleisch oder Wurst so auswählt, das alles etwa die gleiche Kochzeit hat. Und für Spülmuffel ist one pot bestens geeignet. Rezept unten:

Zutaten einer "ONE POT" Suppe mit weißen Bohnen. Im Uhrzeigersinn ab ein Uhr: grüne Paprika, Pastinakenwurzel, Kochwurst, Fenchel, rote Chili, Knoblauch, Karotten und Sellerie Blätter, in der Mitte Frühlingszwiebeln, darunter nicht sichtbar, weiße Bohnen aus der Dose.



Rosmarin, Lavendel, wilder Fenchel,  und eine Bio-Zitrone!


Alles zusammen in einem großen Topf kochen und kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken.






Am Eingangstor: Ein Blütenteppich aus Gänseblümchen der wie frisch geschneite Schneeflocken aussieht.




Frischer Fisch auf dem Mercat Olivar in Palma.




Ich habe mich für einen Pulpo entschieden, der in einem Sud aus roten Zwiebeln, Knoblauch, Rosmarin und Zitronensaft gekocht wird.














Der erkaltete Krake wird zu einem Salat aus geviertelten Salatherzen, Kirschtomaten, kleinen Artischockenherzen, Zitronensaft, Olivenöl, Salz, Pfeffer und Dill.




 In Colonia Sant Jordi schlugen gestern die Wellen hoch.



Stürmische See bei einer Windgeschwindigkeit von ca. 90 kmh.










Nach dem Sturm sieht alles wieder friedlich aus.