Montag, 24. Juli 2017

Almendras de Mallorca - Mandeln - nicht nur zum Knabbern


Cala Figueras 


Von Mitte Juni bis Ende Juli bin ich auf Mallorca

Eine Möglichkeit eine günstige Mittagsmahlzeit einzunehmen ist in ganz Spanien das
"Menu del Dia", hier im Restaurant L`Acarda in Cala Figueras
Auf der Straße nach Campos


Als ich im Februar hier auf Mallorca war blühten die Mandeln. Überall unübersehbar im Winter, mit ihrer Blütenpracht in weiß und rosa, sind die Bäume allerdings in der heißen Zeit schwerer zu erkennen. Jetzt im Sommer stehen sie kurz vor der Ernte.
Und wäre nicht in Kalifornien -aufgrund der Trockenheit- die Mandelernte schlechter ausgefallen als sonst, würde es sich für die mallorquinischen Bauern wieder nicht lohnen die Mandeln zu ernten und zu verkaufen. Die Weltmarktpreise sind schon seit Jahren zu tief um mit den hiesigen Mandeln ein Geschäft zu machen. Lediglich im Winter als touristische Attraktion haben sie noch ihren Wert.




Wenn die äußeren Schalen aufplatzen, geben sie die Mandelnuss frei. Zeit zum ernten.


Mit einem Stein habe ich den Mandelkern aus der harten Schale befreit.
Das Ergebnis ist bescheiden, aber lecker.




   Zutaten für eine Mandelsuppe:


Im Uhrzeigersinn ab 1:00 Uhr: Weißwein, Petersilie, Knoblauch, diverses Wurzelwerk, Zwiebeln, Hühnerbrühe, Olivenöl, (in der Mitte) Mandelmehl, Sahne, Sobrasada und Zitrone.



Kochen: Das Wurzelwerk, die Zwiebeln und den Knoblauch in Würfel schneiden und in Öl anbraten. Mit etwas Wein und 1/4 Liter Brühe ablöschen, weich kochen und anschließend pürieren. Nun die Sahne zugeben, eventuell mit Salz und Pfeffer abschmecken und das Mandelmehl dazu geben. Wenn die Suppe zu dick ist, kann man sie mit Brühe und Wein verdünnen.
(statt Mandelmehl kann man auch Mandelblätter nehmen und mit dem Pürierstab pürieren)



Als Toping dient etwas geschmolzene Sobrasada, Petersilie und Chili-Öl.
Bon profit......



Da die Mandelsuppe etwas gehaltvoll ist und man bei den Temperaturen beim essen ins Schwitzen gerät, lohnt sich hinterher ein kühlendes Bad im Pool. ;))


Die mallorquinische Küche ist weder eine feine, noch eine Feinschmeckerküche. Man verwendet Schweineschmalz, Innereien vom Schwein, mischt Fleisch mit Fisch oder brutzelt Suppen und Aufläufe lange im Ofen.
Für die Ofengerichte nimmt man die Cazuela, eine getöpferte und glasierte irdene Form, die dem Gericht noch den typischen Geschmack gibt.

Zutaten für ein Cassoulett mit Bohnen und Chorizo in der Cacuela:




Olivenöl, weiße Bohnen und Fleur de Sal de Mallorca, im Topf: Chorizo, Porree, Möhren, rote Chili-Schote, Petersilie, Tomaten, Knoblauch und Lorbeerblätter.


Kochen: Die Wurst in Scheiben schneiden (vorher Pelle abmachen!) und  zuerst in die Cazuela legen, darauf gewürfelte Möhren, Porree, Knoblauch, Chili, dann die Lorbeerblätter und darauf die Bohnen schichten. Mit beliebiger Brühe auffüllen. Die Tomaten in Hälften schneiden, mit der Schnittfläche nach oben legen und mit Meersalz, Pfeffer und wenig Zucker bestreuen.
Im Ofen bei 180°C für ca. 1 1/2 - 2 Stunden brutzeln lassen. Das Cassoulett ist fertig, wenn der größte Teil der Flüssigkeit verdunstet ist und die Tomaten eine leichte Kruste haben.
Mit Petersilie bestreuen und servieren.



Das Ergebnis kann sich sehen lassen, allerdings ist dieser Eintopf eher ein Winteressen.

Viel Spaß beim nachkochen. 





Mittwoch, 24. Mai 2017

Wo bin ich hier?

In dieser Villenanlage bin ich nun für einige Wochen.

Die Häuser sind gepflegt und großzügig angelegt.
Ebenso zum Compound gehört ein Pool.

Nur fünf Gehminuten vom Haus entfernt, aber mit Blick auf das Meer.


Mediterrane Bepflanzung inclusive.

Das Hallenbad wird allerdings kaum genutzt. Warum auch, das Wetter ist gut.

Hier lässt es sich gut aushalten. Ich hatte schon Arbeitsplätze die ungemütlicher waren ;))




Sonntagsausflug und Eiscreme mit Mastix

Bei meinem ersten Sonntagsausflug sind wir nach Alacati gefahren, der Ort liegt etwa 20 Autominuten von Izmir-Urla entfernt. Am Sonntag tummeln sich hier Massen von Ausflüglern aus der Umgebung. Man genießt die kleinen Gässchen, mit ihren Lädchen und den vielen Restaurants.
In den kleineren Nebengassen waren nicht so viele Touristen.

Im Sommer sehr beliebt: Schattenplätze


Wir haben uns für ein Eis im Hörnchen entschieden. Bei einem Eismann, der stolz seine Auszeichnungen präsentiert.
Schlumpf Eis im Hörnchen, passend zum outfit!
Jeder von uns hatte zwar eine andere Sorte, aber alle Sorten hatten was anderes im Geschmack. Etwas fremdes, das ich noch nicht kannte. Nicht etwa fies, nur vom Mundgefühl anders. Das war meine erste Eiscreme zum "kauen". Diese andere Konsistenz kommt von Mastix, einem Harz, das nur von der nahen griechischen Nachbarinsel Chios kommt. Mastix Bäume gibt es nur auf Chios. In dieser Region wird vieles mit Mastix gemacht. Süßspeisen, Eis, Kuchen, Zuckerguss, aber auch im Ouzo ist Mastix. Selbst die alten Ägypter verwendeten es schon, nämlich zum einbalsamieren ihrer Mumien.
Wer da mehr erfahren möchte, hier ein link dazu: http://www.koch-welten.de/lexmastix.htm



Bei der Gewinnung von Mastix streuen die Bauern zuerst ein weißes Pulver aus, um ein verschmutzen des Harzes zu vermeiden.

Teile des Baumes werden angeritzt und heraus läuft das, was man hier "Die Tränen von Chios" nennt.

Mastix ist bei uns als Kolophonium bekannt.

Kolophonium (in english rosin) kenne ich aus der Zahntechnik, unser Klebewachs enthält es. Aber auch zum Malen mit Ölfarben wird es benutzt, man kann damit Firniss herstellen oder es einem Malmittel zufügen.




Mittwoch, 17. Mai 2017

Izmir Urla - Ankunft und die ersten Eindrücke

Am 14. Mai 2017 bin ich mit SunExpress nonstop von Düsseldorf nach Izmir geflogen. Am Airport wurde ich herzlich und liebevoll von Ayda und ihren Eltern begrüßt. Ayda ist bald sieben Jahre alt und geht zur Zeit in die Deutsche Schule in Izmir-Urla.
Urla ist eine kleine Gemeinde nicht weit von Izmir entfernt. Hier lebt Ayda mit ihren Eltern. Mit dem Auto ca. 25 Minuten, immer entlang am Meer, geht es ein wenig bergauf, hinein in eine leicht hügelige Landschaft. Unten, am Fuße der Gemeinde Urla, liegt das Meer mit einem kleinen Fischerhafen, Cafes und Restaurants.

Idyllisch liegt der Hafen in der Mittagssonne. Morgens liefern die Fischer frisch gefangenen Fisch.


Hier kann man auch Boote mieten..........
......oder sich mit einem Schiff nach Izmir fahren lassen.

Häufig zu sehen sind in den Häfen, egal wo auf der Welt, die Länderfahnen.
Abends ist hier mehr los. Dann kommen die Einheimischen aus der Umgebung zum Dinner.
Urla hat eine gute Infrastruktur. Hier gibt es eine Mall, eine große Einkaufsstraße mit allen möglichen Geschäften im Centrum, gut ausgebaute Straßen und alles wirkt sehr europäisch und aufgeräumt.

Der Platz vor der Mall.

An diesem Stand werden kleine süße Bällchen frittiert und verschenkt!! Jeder nimmt sich soviel er mag.

Diese kleinen Bällchen (Lokma) werden vom Stand aus verschenkt wenn man eine Spende macht an das Geschäft, das die Bällchen erzeugt. Man Spendet wenn man ein Familienmitglied durch Tod verloren hat, der Name des Verstorbenen wird am Stand auf einer Tafel angezeigt. Und wer die Lokma nimmt, schließt zum Dank den Verstorbenen in sein nächstes Gebet mit ein. Denn wer viel gibt bekommt auch viel zurück.

Blick auf die Umgebung, im Hintergrund das Meer.

Nachbargrundstück eines Schiffsbauunternehmers. Hier wohne ich NICHT!


Die Fischhalle

Bei Murat gibt es meeresfrische Doraden, Seewolf, Brassen, Muscheln usw.
Wir haben uns für Shrimps entschieden, haben aber auch ein paar von diesen köstlichen Miesmuscheln mitgenommen.
Die Muscheln werden im Sud gekocht und die Muscheltiere nicht ausgelöst. Mit einer Mischung aus gekochtem Reis und Gewürzen, ähnlich wie bei den gefüllten Weinblättern, den Dolmas, werden sie gefüllt und wieder verschlossen.

Midye dolmasi:  gefüllte Miesmuscheln
Hier das Rezept:
Gekochter, kalter Reis wird in Zwiebeln, Knoblauch und Olivenöl leicht angebraten. Gewürzt wird mit Salz, Pfeffer, gem. Piment, etwas Zimt, wenig Zucker, Petersilie oder Dill, Chili oder Korinthen, alles nach gusto. Die Reismasse wird in die Mitte des Muscheltieres gelegt, die Muschel wieder verschlossen und kalt serviert. Wir haben ein wenig Zitronensaft darauf geträufelt: köstlich!
Dieses für die Küstenregion typische Gericht gibt es entlang der Küste von Istanbul bis Bodrum.

Diese Shrimps wurden im Meer rund um Izmir gefangen. Sie kommen nicht aus "Zuchtanstalten"!

Das Ergebnis für Spagetti mit Shrimps

Rezept:
Spagetti kochen. Die Shrimps in Olivenöl, Knoblauch, wenig frischer Chili, abgezogene frische Tomaten in Stücken, Salz und Pfeffer, braten und die Nudeln einfach dazu geben. Mit Zitronensaft würzen und als Toping eignet sich besonders gut frisch geriebener Parmesan und ein paar Basilikumblätter.


Montag, 27. Februar 2017

Die Santuari San Salvador, Caracoles, Macia Batle und ein Neo Rauch

Die Santuari (Kloster) San Salvador liegt unweit von Campos -majestätisch auf einem 500 Meter hohem Hügel gelegen- in der Nähe von Felanix. Der Hügel ist schon von Campos aus zu sehen und wenn man oben ist, hat man einen wunderbaren Blick auf den Südosten von Mallorca.
1348 Erbaut, geht der Ursprung der Anlage auf die Mitte des 14. Jahrhunderts zurück.

Um Piratenangriffe abzuwehren baute man das Kloster als schwer einzunehmende Festungsanlage.

Wie eine mystische Statur verschwindet die Christus Figur im Nebel.

Am oberen Ende der Treppe im Klostergebäude befindet sich ein Lokal.

Es ist genug Platz da für die noch ausstehenden Sommertouristen und Businsassen.


Wir wählten einen Tisch am Fenster und studierten die Speisekarte. Hier wird im Familienbetrieb noch mallorcinisch gekocht. Opa kocht, Mutter und Tochter servieren.

Brot, Oliven und die köstliche Aioli, die nur hier auf Mallorca weiß ist und mit Milch gemacht wird. Dazu ein einfacher Rose´ von der Insel.
Und hier das Rezept, für den schnellsten Knobi-Dipp der Welt:
50ml H-Milch, 100ml neutrales!! Öl, 3 Knoblauchzehen, Salz und etwas Chili nach Geschmack. Alles zusammen mit dem Pürierstab mixen. Ist in Sekunden fertig und hält im Kühlschrank mehrere Tage.
"Bon profit" sagt da der Katalane: guten Appetit!

Eine besondere typische Spezialität sind die Schnecken (Caracoles) die in einem kräftig gewürztem Sud gereicht werden. Wie man unschwer erkennen kann ist es wohl recht schmackhaft gewesen.

Am frühen Abend präsentierte uns der Himmel sein phantastisches Farbenspiel.

Silvia hat noch ihre berühmt und berüchtigten Hefeschnecken gebacken und so gab es an diesem Tag zweimal Schnecken!
Rezept? Gerne:
Sie macht einen Hefeteig mit frischer Hefe, flüssiger Butter, Zucker, Mehl und Eier. Nach dem "gehen" des Teiges wird er in Streifen geschnitten und diese werden gefüllt. Wir hatten in der Fincaküche gemahlene Mandeln von Mallorca und eine Marmelade die ich ein paar Tage zuvor -aus den hier vom Grundstück stammenden Zitronen- gemacht habe.
Silvia hat aber die Hefeschnecken auch schon mit Nüssen, Zimt, Äpfeln oder Rosinen gefüllt und in unserem Freundeskreis kommt dieser leckere Kuchen, egal mit welcher Füllung, immer gut an.


Hefekuchen Königin von Köln (links), daneben die Autorin dieses Blogs.

Im Herzen der Insel zeigt das Weingut Macia` Batle das man Wein und Kunst miteinander verbinden kann. Dieses Weingut ist eines der größten  auf der Insel und mit einem Produktionsvolumen von ca. einer Million Flaschen im Jahr, generiert dieses Unternehmen in Santa Maria del Cami rund ein viertel aller auf der Insel hergestellten Weine.


Der Ursprung des Weingutes geht auf das Jahr 1856 zurück. Heute präsentiert man sich im prächtigen Natursteinbau.


Beim Betreten der Vinothek fällt der Blick automatisch auf die vielen Auszeichnungen und Prädikate. Fein gerahmt in Gold- und Silberrahmen sieht man die Urkunden aus aller Herren Ländern. Brüssel, Berlin, Madrid, selbst die USA haben zu dieser beeindruckenden Kollektion beigetragen.

Hier lohnt sich die Degustation. Für schlappe 10,- € bekommt man 4 Weine und einige leckere Pasteten, hauseigenes Olivenöl und besondere Essige zum Probieren. Alles ist selbstverständlich in der Vinothek käuflich zu erwerben.

"Hier ist man bemüht mit jeder Flasche und jedem Schluck die Seele der Insel einzufangen" behauptet der Bodega Chef. Und am Ende des Ganges sieht man schon die zweite Seele des Weingutes, nämlich das "vino y arte". International bekannte Künstler gestalten die Etiketten für die Flaschen. 


Im Untergeschoß, am Endpunkt der höchst interessanten Führung durch Produktions- und Lagerstätten, präsentiert man die gerahmten Kunstobjekte. Zur Zeit gibt es eine Sonderauflage Rotwein mit einem Etikett das der deutsche Künstler Neo Rauch gestaltet hat.


Links ein roter aus Cabernet Sauvignon, Syrah, Merlot und Manto Negro,
in der Mitte ein Reserva Privada 2011 mit Etikett von Neo Rauch und
rechts ein Roter, dessen Erlös zu 50% als Spende an benachteiligte Kinder geht.



Im Schatten des Domes von Santany ist immer Samstags ein Markt.


Man geht durch die Pforte und kommt zum Markt......


.... und hier bekommt man das, was zum Wein gut schmeckt: Außergewöhnliche Käsesorten!


Ach das Leben kann doch so einfach sein.
Einfach immer von allem nur das Beste! Oder?